Die Portraitsammlung - Dr. Senckenbergische Stiftung

Highlights

 

Otto Eiser

Otto Eiser,

Hans Thoma (1839-1924)
Öl auf Sperrholz, 42 x 36 cm
Bildnis Otto Eiser (1834–1898)

Eiser ist im Brustbild nach links gerichtet. Er trägt einen Mantel mit mächtigem Pelzkragen, der den Hals hoch umschließt. Auf diese Weise erscheinen Kopf und Körper zusammengezogen. Die gedrängte, dichte Atmosphäre im Bild wird durch die dunkle Farbpalette unterstützt. Die grobe Darstellung beschreibt den Akademiker und Kunstliebhaber Eiser nicht mit Merkmalen feingeistiger Vornehmheit. Vielmehr ist seine Erscheinung durch robuste Bodenständigkeit charakterisiert.

Der Frankfurt Arzt Otto Eiser spielte in der Karriere des Malers Hans Thomas eine wichtige Rolle. 1873 lernte Eiser während eines Aufenthalts in München die Kunst Thomas kennen und lud ihn nach Frankfurt ein. Daraufhin verbrachte Thoma den Winter 1873/74 im Hause Eisers und erhielt durch die Vermittlung des Arztes Portraitaufträge. In den folgenden Jahren pendelte der Maler zwischen Italien, München und Frankfurt. 1876 überzeugte ihn sein Mäzen, nach Frankfurt zu ziehen.

Als begeisterter Wagnerianer führte Eiser den Künstler in die Themenkreise germanischer Mythen ein. Er war der Leibarzt Richard Wagners und gründete 1877 einen Wagner-Verein in Frankfurt. Über die Bekanntschaft mit Cosima Wagner fand Thoma Kontakt zu deren Schwiegersohn, dem Kunsthistoriker Henry Thode. 1889 wurde Thode Direktor des Städels und setzte sich nachhaltig für die Anerkennung Thomas ein.

Um die Jahrhundertwende avancierte der Künstler zu einem der erfolgreichsten Maler Deutschlands. Seine Kunst zeigt Einflüsse der Düsseldorfer Malerschule, des französischen Realismus und der Künstler von Barbizon. Von 1899 bis zu seinem Tod 1924 lebte Thoma in Karlsruhe, war dort Galeriedirektor und Professor an der Akademie.