Petrus de Spina IV

Petrus (Peter) de Spina IV. (1630-1689) wurde in Darmstadt geboren. Er studierte Medizin und promovierte 1658 in Padua. An­schließend ließ er sich als Arzt in Frankfurt nieder. Die Familie de Spina brachte über Gener­ationen Ärzte hervor. Der Urgroßvater, Petrus (Peter) de Spina I (1526-1569), ebenfalls Mediziner, entstammte einer alten holländ­ischen Gelehrten­familie. In der Inschrift oben links im Bild ist "Petrus de Spina Med. Doctor et Practicus Francof: T. 1669" zu entziffern. Bei genauerer Betrachtung des T fällt hier die geschwungenen Form des Buchstaben auf, die auf ein "Taukreuz" verweist (Tau alt­griechisch für T). Unter anderem als Bußzeichen im Christentum vewendet, gehört das Taukreuz (auch Antonius- oder Antoniter­kreuz genannt) zu den ikono­grafischen Attributen des Hl. Antonius. Der von Antonius im 11. Jhdt. begründete Antoniter­orden widmete sich vor allem der Kranken­pflege und gründete in den folgenden Jahr­hunderten Hospitäler in ganz Europa (ein Antoniter­kloster befand sich z.B. in Frankfurt-Höchst). Möglicher­weise gibt es hier eine Verbindung zum Arzt und Heiler de Spina, die Eingang in das Portrait fand. Das Taukreuz wurde später auch von den Frankzis­kanern in ihren Symbolkanon aufgenommen. Die Universität Giesen trägt es seit 1607 in ihrem Wappen und in den 1950er Jahren fand es Eingang in das Wappen des Landkreises Gießen.