Robert Koch

Der Bakteriologe Robert Koch (1843-1910) entstammte einer Bergmanns­familie und hatte zwölf Geschwister. 1862 begann er in Göttingen Naturwissen­schaften und Philologie zu studieren, wechselte aber schließlich zur Medizin. Er arbeitete als Freiwilligen­arzt im Deutsch-Franz­ösischen Krieg. 1872 bekam er eine Stelle in Wollstein (Provinz Posen) in einer großen Arztpraxis, in der er miterlebte, wie machtlos Mediziner gegen ansteckende Krankheiten waren. Koch begann sich nun mit den Ursachen dieser Krankheiten aus­einander­zusetzen. 1876 stieß er auf den Erreger Bacillus anthracis, den Auslöser für Milzbrand. 1880 ging Koch nach Berlin an das Kaiserliche Gesund­heits­amt, dort wurde er Leiter der Bakterio­logischen Abteilung. 1882 entdeckte er den Tuberkel­bazillus und entwickelte den Impfstoff "Tuberkulin". Dafür erhielt er 1905 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie. 1885 wurde er zum Direktor des Universitäts-Instituts für Hygiene in Berlin ernannt. Er unternahm Forschungs­reisen unter anderem in die USA, nach Indien, Japan und in afrikan­ische Länder, was 1883 zur Entdeckung des Cholera­erregers führte. Er war zweimal verheiratet und hatte eine Tochter. Koch infizierte sich auf seinen Reisen mehrfach mit Tropen­krankheiten. Er verstarb schließlich in einem Sanatorium in Baden-Baden.