Franz Adickes

Franz Bourchard Ernst Adickes(1846-1915) wurde in Harsefeld bei Stade als Sohn des pietis­tischen Amts­richters Wilhelm Adickes (1817-1896) und der Hugenotten­tochter Therese Chappuzeau (1822-1898) geboren. 1864-1867 studierte er Rechts­wissenschaften in Heidelberg, München und Göttingen. Er nahm als Unter­offizier am Deutsch-Franz­ösischen Krieg teil. Seine kommunal­politische Karriere begann in Dortmund, wo er als zweiter Bürger­meister drei Jahre amtierte. 1873 heiratete Adickes und bekam drei Töchter. Der Sohn starb kurz nach der Geburt. 1883 wurde Adickes Oberbürger­meister in Altona. Von 1884-1912 war er Mitglied des Preußischen Herren­hauses, der ersten Kammer des Landtags. Ab 1890 nahm Adickes das Amt des Ober­bürger­meisters in Frankfurt am Main. Unter ihm entwickelte sich Frankfurt zur bedeutenden Groß- und Handels­stadt. Bis 1912 aktiv, war er der am längsten amtierende Oberbürger­meister in Frankfurt und wurde, ebenfalls 1912, zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. 1913, zwei Jahre vor seinem Tod, übernahm er noch den Vorsitz des Aufsichts­rates der Dresdner Bank. Auch an der Stiftung der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität war Adickes maßgeblich beteiligt.