Samuel Thomas von Sömmering

Der aus Thorn, Westpreußen, stammende Samuel Thomas von Sömmering (1755-1830) studierte 1774 Medizin und Physik in Göttingen und anderorts und promovierte 1778. Danach ging er in die Niederlande, nach England und Schottland auf Studienreise. Ein Jahr später wurde er als Professor für Anatomie nach Kassel berufen, wo er auch Goethe (1749-1832) traf. Danach ging Sömmering nach Mainz und entdeckte 1791 den „Gelben Fleck“ auf der Netzhaut des menschlichen Auges. 1792 heiratete er die Frankfurter Bürgers­tochter Margarete Elisabeth Grunelius (1768-1802) und bekam zwei Kinder, Detmar Wilhelm (1793-1871) und Susanne Katharina (1796-1867). In Frankfurt ließ sich Sömmering 1797 nieder. Ein Jahr zuvor hatte er heftige Diskussionen mit seinem Buch „Über das Organ der Seele“ ausgelöst, in dem er behauptete, der Sitz der Seele sei in den Flüssig­keiten der Hirnkammern zu finden. 1800 beteiligte er sich in Frankfurt an der Einführung der Pocken­schutz­impfung. Nach München an die Akademie der Wissen­schaften wurde er 1802 berufen und dort 1808 in den Adelsstand erhoben. Sömmerings Interesse galt ebenfalls elektrischen Phänomenen. So führte er Versuche mit Elektrisier­maschinen durch und entwickelte 1809 den elektro­chemischen Telegraphen. 1819 kehrte er nach Frankfurt zurück.